Regenwassernutzung

Dieser Beitrag wurde am 8. April 2020 veröffentlicht.

Verringerung des Trinkwasserverbrauchs

Regenwassernutzung ist eine ressourcensparende Maßnahme, um den Trinkwasserverbrauch im Innen - und Außenbereich zu senken. Trinkwasser stellt das wichtigste Lebensmittel überhaupt dar. Nicht nur zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen ist Trinkwasser unverzichtbar. Es wird ebenso für den täglichen, häuslichen Bedarf benötigt, wie zum Beispiel zum Duschen oder für die Toilettenspülung. Pro Tag werden so in Deutschland mehr als 120 Liter Trinkwasser pro Kopf verbraucht, wobei die Verwendung für Trinken und Kochen bei nur ca. zwei bis drei Litern liegt. 

Obwohl es sich beim Trinkwasser nicht um eine endliche Ressource handelt, sollten zur Einsparung entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Hierfür bieten sich unter anderem die Regenwassernutzung mit Hilfe entsprechender Anlagen an. Durch sie wird das Regenwasser von Gebäudedachflächen aufgefangen, gefiltert und in einen Sammelbehälter abgeführt. Anschließend kann das gefilterte Regenwasser beispielsweise für die Toilettenspülung des Gebäudes genutzt werden. 

Neben der Einsparung von Trinkwasser stellt die Entlastung der Kanalisation einen weiteren positiven Effekt der Regenwassernutzung dar. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass weniger Regenwasser in die Kanalisationen abgeführt wird. Außerdem lässt sich bei starken Regenfällen die Abgabe von Schmutzwasser in Gewässer durch Regenüberläufe vermindern.  

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Eigenschaften von Regenwassernutzungsanlagen

Die bekannteste Weiterverwendung von Regenwasser stellt vermutlich die Gartenbewässerung dar. Hierzu wird mittels einer einfachen Regentonne das Wasser über das Regenfallrohr aufgefangen und kann dann nach Bedarf entnommen werden. Daneben ist auch die halbautomatische Schwerkraftnutzung mit größeren Speichern möglich. Hierfür ist es erforderlich, dass die Tonne sich an einem höheren Ort befindet als die Entnahmestelle. Die Bewässerung muss bei dieser Methode jedoch manuell gesteuert werden.

Um eine Regenwassernutzungsanlage für den häuslichen Bedarf nutzen zu können, bietet sich ein Regenwassertank mit Pumpe an. Mittels separater Rohrsysteme wird das Regenwasser hierbei zur gewünschten Verbrauchsstelle gepumpt und dort für die weitere Verwendung zur Verfügung gestellt, beispielsweise zur Betätigung der Toilettenspülung. Der Speicher kann sich dabei sowohl im Gebäude als auch außerhalb befinden. Zudem lässt er sich mit einer Löschwasservorhaltung verbinden, was vor allem für Gewerbebetriebe von Bedeutung ist. 

Diese Form der Regenwassertanks umfasst mehrere Komponenten. Zunächst wird eine Regenwasserauffangfläche benötigt, von der aus das Wasser in einer Sammelleitung gefiltert und zum Wasserspeicher abgeführt wird. Als Wasserspeicher kommen beispielsweise Regenwassertanks oder eine Betonzisterne in Betracht. Weiterhin muss die Anlage über ein Pumpwerk mit Steuerung und ein vom Trinkwassernetz getrenntes Rohrsystem verfügen, um das Wasser zu den entsprechenden Entnahmestellen weiterleiten zu können. Letztlich ist für etwaige Trockenzeiten ein Speicherüberlauf mit Trinkwassernachspeisung zu empfehlen. 

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Anforderungen an die Regenwassernutzung

Alle relevanten Faktoren zu Regenwassernutzungsanlagen wurden in der DIN 1989 festgehalten. Die Norm umfasst dabei insgesamt 4 Teile. Neben technischen Regelungen sind ebenso Anforderungen an die Qualität des Regenwassers zu stellen. Auch wenn das Wasser nicht zum Verzehr oder für die Körperhygiene verwendet wird, muss das verwendete Regenwasser gesundheitlich unbedenklich sein. Hier spielt unter anderem die Wahl der Auffangfläche eine Rolle. Gründächer sowie Metalldächer könnten beispielsweise die Qualität des Regenwassers beeinträchtigen. 

Daneben muss die Filteranlage Feststoffe aus dem Regenwasser filtern können. So dürfen Sand oder Blätter kein Bestandteil des Regenwassers sein, wenn es dem Regenwassertank zugeführt wird. Dies dient auch dem Schutz der Anlageteile, um einen vorzeitigen Verschleiß oder einer Beschädigung entgegenzuwirken. Eine Zugabe von etwaigen Chemikalien, zum Beispiel Desinfektionsmitteln, oder der Einbau eines Feinfilters sind dagegen nicht notwendig, da nach bisherigen Erkenntnissen keine Grenzwerte überschritten werden. 

Für die Zubereitung von Speisen, das Trinken oder für die Körperhygiene darf das Regenwasser allerdings nicht verwendet werden. Deshalb sind einige Schutzmaßnahmen bei der Regenwassernutzung einzuhalten. So ist unter anderem sicherzustellen, dass keine Verbindung zwischen den Trinkwasser- und den Regenwasserleitungen besteht. Hierauf ist vor allem bei der Nachspeisung von Trinkwasser in Trockenzeiten zu achten. Bei Entnahmestellen für die Gartenbewässerung sind daneben Hinweisschilder oder abnehmbare Drehvorrichtungen anzubringen. 

Bildnachweis: Copyright: Premier Tech Ltd, ACO Hochbau Vertrieb GmbH
Nutzung: www.deinebaustoffe.de

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